Weltfrauentag-Special: Junko Tabei - die Frau, die den Mount Everest eroberte

Shownotes

Riccarda erzählt die Geschichte von der Japanerin Junko Tabei – der ersten Frau, die den Mount Everest bestiegen hat. In einer Welt, in der Bergsteigen als reine Männersache galt, hat sie sich nicht aufhalten lassen. Weder von gesellschaftlichen Erwartungen noch von Zweifeln oder Widerständen. Es geht um Mut. Um Beharrlichkeit. Und darum, dass man sich nicht klein machen sollte, nur um nicht „zu viel“ zu sein. Warum Junko Tabeis Geschichte bis heute relevant ist, was wir von ihr über Durchhaltevermögen lernen können und weshalb es sich lohnt, trotz Gegenwind loszugehen, darüber spricht Riccarda in der neuen Folge „à la Carte“. Eine Erinnerung daran, dass nichts an uns zu viel ist – außer vielleicht die Angst, es nicht zu versuchen!

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Transkript anzeigen

00:00:01: Ich sehe noch aus wie Frühstück, aber gleich gibt's danach.

00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Alakat.

00:00:24: Und zwar hier aus Tokio, ich bin aktuell in Japan und da diese Folge wieder eine Special-Folge ist wie ihr vielleicht schon am Setting gemerkt habt Ich bin gerade im Hotelzimmer in Tokyo und Sonntag ist der Weltfrauentag.

00:00:42: Dann habe ich überlegt, worum könnte sich diese Special-Folge drehen und habe euch eine Geschichte rausgesucht die ich persönlich super spannend fand.

00:00:51: Ich glaube... Es würde viele von euch interessieren und es passt zur Thematik des Weltfrauentags.

00:00:56: Deswegen hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge!

00:00:59: Heute erzähle ich Euch die Geschichte von Junko Tabay, der ersten Frau, die jemals den Mount Everest bestiegen hat.

00:01:06: Wundert Euch nicht für alle, die gerade nur zuhören ihr merkt sowieso nicht aber für alle die Zuschauen.

00:01:13: Ich habe hier auf meinem Shows meinen Laptop weil ich mir natürlich nicht alle Informationen merken konnte Und Euch die Geschichte gerne einfach... Naja, in aller Länge und Breite erzählen möchte.

00:01:24: Dazu brauche ich natürlich alle Informationen und deswegen schaue ich hier ab und zu auf meinen Bildschirm.

00:01:29: Wundert euch nicht?

00:01:30: Macht euch ein Tee!

00:01:31: Macht euch einen geiles Getränk und dann starten wir direkt rein.

00:01:36: Okay, stellt euch vor ihr legt unter Schneebegraben kein Licht kaum Luft und ihr wisst nicht ob euch jemand rechtzeitig findet und zwölf Tage später Stehst du auf dem höchsten Punkt der Erde.

00:01:51: Das ist die Geschichte von Junko Tabei, der ersten Frau auf dem Gipfel des Mount Everest.

00:01:57: Der Mount Everest, kurz zur Einordnung liegt im Himalaya an der Grenze zwischen Nepal und Tibet.

00:02:04: Er ist achttausend, achthundert, achteundvierzig Meter hoch.

00:02:08: Zum Vergleich?

00:02:09: Einen Linienflugzeug liegt auf etwa zehntausend bis zwölf tausend Metern.

00:02:13: Junkoh stand also fast so hoch wie ein Jet!

00:02:17: Ab achttausend Metern beginnt die sogenannte Todeszone.

00:02:21: Warum heißt sie so?

00:02:23: Weil der Sauerstoffgehalt dort nur etwa ein Drittel des Wertes auf Meereshöhe beträgt.

00:02:28: Der Körper kann sich dort nicht regenerieren, das heißt man überlebt nur auf Zeit – er baut ab, Zellen sterben und das Gehirn arbeitet langsamer.

00:02:36: Man kann dort also nicht lange leben, man überlegt nur wenn alles gut geht!

00:02:48: In der Mitte kamen die Junko Tabehi.

00:03:05: Sie war früher nicht sportlich, hat nicht viel Sport getrieben Oft krank, sie war sehr klein.

00:03:13: Sie war nur ein Meter zweiundfünfzig groß, sehr zierlich und eher leise.

00:03:18: Niemand hätte in ihren Pionieren gesehen!

00:03:21: Dann mit zehn Jahren ging sie auf einen Schulausflug in die Berge – und dort passierte für sie etwas Entscheidendes.

00:03:30: Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich stark.

00:03:34: Nicht diese Art Stark dass man laut ist nicht dominant sondern ausdauernd.

00:03:40: Berge belohnen einen ja nicht mit Kraft allein, sondern sie belohnten Rhythmus, Gefühl, Geduld und mentale Stabilität.

00:03:47: Und genau darin lag ihre Stärke.

00:03:50: Der Berg war für Sie also ein Ort, an dem sie nicht das schwache Mädchen war, sondern einfach sie selbst.

00:03:56: Junko Tabei studierte als junge Frau Literatur und arbeitete als Lehrerin – doch Ihre Leidenschaft blieb immer des Bergsteigen.

00:04:04: Das Problem war allerdings dass in Japan der neunzehnhundertsechziger Jahre ein klares Frauenbild herrschte.

00:04:10: Ich weiß jetzt nicht, ob ich es ganz korrekt ausspreche.

00:04:11: Ich hab's nachgeguckt aber kann sein dass ich trotzdem mir jetzt verkacke.

00:04:14: Ryozai Kenbo Das heißt sowas wie gute Ehefrau kluge Mutter bedeutet Frauen sollten heiraten Kinder bekommen Tee servieren ein sehr konservatives Frauenbild.

00:04:26: Ende der neunzehnhundertsechziger Jahre war für Junko Tabay etwas klar geworden Wenn sie darauf wartete das Männer Sie einluden würde sie niemals dort ankommen wo sie hin wollte.

00:04:37: Sie hatte in verschiedenen Bergsteigerklubs erlebt, wie Frauen behandelt wurden.

00:04:42: Als Begleiterin – nicht als gleichwertige Alpinistinnen!

00:04:45: Man traute ihnen technische Routen nicht zu.

00:04:48: Man gab ihnen leichtere Aufgaben und vor allem man plante keine große Expedition mit ihnen.

00:04:54: Also traf sie neunzehnhundertneunsechzig eine Entscheidung die fast radikaler war als der Everest selbst.

00:05:00: Sie gründete den ersten reinen Frauen-Bergsteigerclub Japans Den Ladies Climbing Club.

00:05:06: Ihr Motto lautete, let's go on an overseas expedition by ourselves.

00:05:11: Das war mehr als ein sportliches Statement – es war ein gesellschaftliches!

00:05:16: In dieser Zeit war der Mount Everest bereits zum Symbol geworden für Extreme, für Nationalstolz und für männliche Heldenbilder.

00:05:24: Seit der Erstbesteigung in den letzten Jahren galt er Gipfel als ultimative Trophäe.

00:05:32: Doch noch nie hatte eine Frau ihn erreicht.

00:05:35: Junko begann darüber nachzudenken, warum eigentlich nicht.

00:05:39: Nicht aus dem Wunsch die erste zu sein sondern aus einem simplen Impuls.

00:05:45: wenn der höchste Berg der Welt existiert Warum sollte ich ihn nicht versuchen?

00:05:50: Der Realitätsschock war das Geld.

00:05:53: Schon in den neunzehnhundertsiebziger Jahren bedeutete eine Everest Expedition, die Expeditionserlaubnis der nepalesischen Regierung.

00:06:00: Den Transport von Japan nach Nepal, wochenlange Versorgung mit Lebensmitteln, Hochlagerzelte, Sauerstofflaschen, Seile und vor allem die Bezahlungen der Sherpas.

00:06:10: Sherpas sind Angehörige einer ethnischen Volksgruppe aus Nepal.

00:06:14: Viele von ihnen arbeiten als Hochgebirgsspezialisten.

00:06:18: Sie tragen schwere Lasten sichern Routen kennen das Gebirge bauen Lager auf und riskieren dabei oft selbst ihr Leben.

00:06:26: Ohne sie wären die meisten Everest-Besteigungen gar nicht möglich, das alles kostete enorme Summen!

00:06:33: Und nun stand da eine kleine japanische Mutter Anfang dreißig – die Sponsoren um Geld bat.

00:06:39: Ihr könnt euch denken wie es gelaufen ist?

00:06:42: Viele linden ab, einige lachten, manche sagten ja auch offen der Everest ist nichts für Frauen.

00:06:47: kümmern Sie sich lieber um ihr Kind, seien sie ne gute Mutter.

00:06:51: Junko gab aber nicht auf.

00:06:53: Sie arbeitete als Lehrerin, gab Klavierstunden, sparte jeden Yen Die Währung, die japanische Währungen.

00:07:01: Einen Teil der Ausrüstung wurde selbst genäht weil es kaum spezielle Bergkleidung für Frauen gab.

00:07:06: Die Expedition wurde schließlich zu einem Gemeinschaftsprojekt aus Ersparnissen kleinen Sponsoren und ganz viel Idealismus.

00:07:18: Eine rein weibliches japanisches Team reiste nach Nepal, ihr Ziel die Südroute des Everest.

00:07:26: Doch bevor man überhaupt an den Gipfel denken konnte warteten Wochen des Marsch zum Basislager.

00:07:32: das bedeutete schwere Rooksäcke unberechenbares Wetter Eisbrüche Gletscher spalten und vor allem Zeit Denn der Körper muss sich erst an die Höhe anpassen sogenannte Akklimatisierung.

00:07:46: Man steigt höher, schläft dort, steigt wieder ab.

00:07:49: Der Körper produziert mehr rote Blutkörperchen um mit dem Sauerstoffmangel klarzukommen zu schnell und man riskiert eine Höhenkrankheit Zu langsam und das Wetterfenster schließt sich.

00:08:00: Es ist also ein schmaler Grad.

00:08:03: Aber was bedeutet es eigentlich den Everest zu besteigen?

00:08:05: Man besteigt ihn, zumindest über die nepalesische Südroute sowie Junkotabee ist hat in Etappen.

00:08:12: Mit mehreren Hochlagern sogenannten Cams, die nacheinander aufgebaut werden.

00:08:17: Man kann sich das vorstellen wie eine Treppe in den Himmel.

00:08:20: Jede Stufe liegt höher und jede Stufe wird gefährlicher.

00:08:24: Als erstes gibt es das Basislager auf ca.

00:08:25: fünftausend dreihundert Metern.

00:08:27: Das Basislager ist eine Zeltstadt auf einem Gletscher.

00:08:30: Hier lebt man mehrere Wochen.

00:08:32: Der Körper beginnt hier, sich an die Höhe zu gewöhnen.

00:08:35: Schon auf fünftausend dreihundert Metern ist die Luft deutlich dünner als auf Meereshöhe.

00:08:40: Doch von hier aus geht es nicht direkt weiter nach oben.

00:08:42: Zwischen Basislager und dem ersten Hochlager liegt einer der gefährlichsten Abschnitte der gesamten Route – der Kumbu-Eisbruch!

00:08:51: Ein chaotisches Feld aus riesigen Eisblöcken, Spalten und instabilen Türmen.

00:08:56: Hier legen Scherpas Leitern über Gletscherspalten.

00:08:58: Hier befestigen sie Seile und hier passieren auch viele Unfälle.

00:09:03: Danach gibt es das Camp I, etwa sechstausend Meter Nach dem Eisbruch erreicht man Camp I. Hier beginnt die echte Höhe.

00:09:12: Viele leiden bereits an Kopfschmerzen Schlaflosigkeit oder Appetitverlust Und hier wird es wichtig.

00:09:18: Es kommt das Camp II.

00:09:21: Es befindet sich in einem riesigen Gletscherbecken.

00:09:23: Tagsüber reflektiert die Sonne so stark dass es sich wie ein Backofen anfühlen kann.

00:09:28: Nachts fallen die Temperaturen weit unter Null.

00:09:31: Camp II dient oft als vorgeschobenes Basislager.

00:09:35: Und genau hier, mitten in dieser langen Vorbereitung traf ein großes Unglück ein.

00:09:41: Vierter Mai, nineteenhundertfünfundsiebzig Es ist nacht.

00:09:45: Sechstausend dreihundert Meter über dem Meeresspiegel.

00:09:48: Der Körper ist erschöpft Die Luft enthält deutlich weniger Sauerstoff.

00:09:53: Plötzlich?

00:09:54: Ein donnerndes Geräusch Dann Druck?

00:09:57: Dann Dunkelheit.

00:09:59: Eine Lawine trifft das Lager Junco wird komplett verschüttet, sie verliert das Bewusstsein.

00:10:05: Man muss sich das vorstellen.

00:10:07: in dieser Höhe arbeitet der Körper ohnehin am Limit.

00:10:10: unter Schnee begraben zu sein bedeutet Sauerstoffmangel kälte Orientierungslosigkeit.

00:10:16: die Sherpas reagieren sofort.

00:10:18: Sie graben finden sie an den Füßen.

00:10:21: sie lebt aber sie ist schwer verletzt Prellungen am ganzen Körper unterkühlt und kaum in der Lage sich zu bewegen.

00:10:29: Und jetzt kommt der entscheidende Punkt.

00:10:31: Sie war noch zwei Hochlager vom Gipfel entfernt, Camp Drei und Camp Vier lagen noch vor ihr.

00:10:37: Die Todeszone hatte sie noch gar nicht erreicht.

00:10:40: Der schwerste Teil stand noch bevor.

00:10:42: Nach einer Lawine auf sechs Tausend Dreihundert Metern bericht man normalerweise ab Denn der Körper ist geschwächt Das Risiko steigt exponentiell und jede weitere Etappe wird viel viel schwieriger.

00:10:55: Und doch entschied sich Dunco zu bleiben Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung.

00:11:02: Sie erholte sich mehrere Tage im Lager und dann begann sie erneut mit dem Aufstieg.

00:11:28: Nicht weil sie laut war, nicht weil sie stärker war als alle anderen.

00:11:31: Sondern weil sie weitergingen.

00:11:33: Später sagte sie ich wollte nie die erste Frau sein!

00:11:37: Ich wollte einfach nur klettern und... Die Geschichte dabei ist irgendwie viel größer Weil Junko Tabayi gar nicht darauf bestand die erste frau auf dem Everest zu seien.

00:11:50: Sie wollte keine Ikone sein aber irgendwie wurde sie trotzdem eine.

00:11:54: Junko Tabei lebt nicht mehr.

00:11:56: Sie starb in der Krebsdiagnose, aber kletterte ihr Leben lang weiter und ich persönlich finde diese Geschichte so unfassbar spannend und inspirierend dass ich sie mit euch teilen wollte weil ich sie vorher auch nicht kannte erst als ich mich mit dem Land beschäftigt habe und ich finde gerade am Weltfrauentag geht es oft um Gleichberechtigung, um Rechte, um Strukturen natürlich auch das ganz restliche Jahr.

00:12:24: Natürlich gibt es auch diesen Tag.

00:12:26: Der Grund, warum ich euch die Geschichte erzählt habe ist weil ich sie so unglaublich inspirierend fand als ich recherchiert habe und vielleicht ist das eine gute Erinnerung dafür dass man einfach machen soll Weil man hat Junko gesagt Sie sei zu klein zu leise zu weiblich.

00:12:43: Vielleicht ist das ein bisschen der Move für dieses Jahr Dass man sich gar nicht erklären und nicht rechtfertigen muss Und nicht kleiner machen lassen muss sondern einfach machen Weil auf Mount Everest war auch kein Schild nur für Männer.

00:12:55: Und falls ihr euch irgendwann noch mal so fühlt, als werdet ihr zu viel, dann denkt ihr an diese Achttausend Achthundert Achtundvierzig Höhenmeter des Mount Everest und macht weiter!

00:13:06: Und damit wars das auch schon für heute.

00:13:09: Das war die Folge, die Special-Folge Alakat Live und in Farbe aus Tokyo.

00:13:15: Ich werde euch noch berichten von meiner Bad Bunny Experience, für die ich eigentlich hier bin Und ansonsten schreibt gerne Fragen und Kommentare in die Kommentarspalte.

00:13:28: Alle Infos findet ihr wie immer in der Infobox, und wir sehen uns nächsten Mittwoch bei der nächsten Folge aller Karten!

00:13:35: Ciao.

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