Ruth-Maria Thomas: Über die schönste Version und Tabuthemen
Shownotes
Ruth-Maria Thomas und Riccarda treffen sich heute im Café Pilz bei einer gemütlichen Tasse Tee und Bratkartoffeln. Ruth ist Schriftstellerin und hat 2024 ihren Debütroman „Die schönste Version“ veröffentlicht. Was bedeutet es für sie, die Geschichte von Jella zu erzählen und häusliche Gewalt und Sexismus zu thematisieren? Um was ging es in Ruths erster Geschichte und was ist ihr Lieblingssnack beim Schreiben? Das und vieles mehr, wie neue Projekte, besprechen die Beiden heute in der neuen Folge „à la Carte“.
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Transkript anzeigen
00:00:01: Ich sehe noch aus wie Frühstück, aber gleich gibt's danach.
00:00:32: Quitten Crumble als Dessert, das leckerste Dessert, was ich Folie essen werde.
00:00:37: Und wir starten direkt rein, let's go!
00:00:39: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge Alakard.
00:00:41: Schön, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:43: Ich freue mich, ganz doll.
00:00:44: Heute ist die Schriftstellerin und Autorin Rotmaria Thomas bei mir, ist extra nach Berlin gekommen.
00:00:50: Sie wohnt nämlich eigentlich in Leipzig.
00:00:52: Wir sprechen heute über ganz viele verschiedene Themen, unter anderem über die Sozialisierung von Frauen in unserer Gesellschaft.
00:00:59: Wie es ist, als Frau auch zu wachsen, was von uns erwartet.
00:01:02: wie wichtig es ist, Beziehungen zu Freundinnen zu pflegen und wie man über schwierige Themen bei Freundinnen und auch in der Öffentlichkeit reden kann und wie man dafür die Plattform nutzt.
00:01:13: Bevor es weitergeht, möchte ich euch kurz eine Trigger Warning aussprechen.
00:01:16: Und zwar sprechen wir in dieser Folge unter anderem auch über Gewalt gegenüber Frauen, häuslicher Gewalt, toxische Beziehungen und ähnlichen Themen, die jemanden triggern könnten.
00:01:26: Das heißt, wenn ihr euch getriggert fühlt, das nicht anhören könnt oder wollt, Dann skip die Folge oder skip bis zum Dessert.
00:01:34: Achtet auf euch und hört nur weiter, wenn ihr mit diesen Themen gut auskommt.
00:01:38: Hallo und herzlich willkommen Ruth.
00:01:40: Hi.
00:01:41: Schön, dass du heute hier mit dabei bist in der neuen Folge.
00:01:44: Und viele kennen dich schon, aber ich würde dich mal bitten, dich einmal vorzustellen.
00:01:51: Wer du bist und was du machst.
00:01:53: mit vorn zunommen.
00:01:53: Mit vorn zunommen mache ich alles klar.
00:01:56: Ich bin Ruth Maria Thomas, ich bin Autorin, früher war ich Sozialarbeiterin.
00:02:01: Ich lebe in Leipzig, komme aber eigentlich aus Cottbus und jetzt schreibe ich Bücher über die Gesellschaft.
00:02:09: Und viele kennen dich schon durch die schönste Version oder auch durch Social Media.
00:02:18: Wie würdest du dich beschreiben, fernab von alledem?
00:02:22: was dich ausmacht.
00:02:23: Also Fan-Up von allen Labels, von Social Media, wer bist du?
00:02:28: Meinst du beruflich oder privat?
00:02:30: Privat.
00:02:31: Privat,
00:02:32: oh je.
00:02:33: Das ist schwer.
00:02:36: Oh Gott, ich glaube, ich... Ich bin jemand, der sehr gerne unter Menschen ist.
00:02:42: Ich hänge am liebsten mit meinen Freundinnen ab oder mit meinen Geschwistern.
00:02:46: Ich bin ein Familienmensch, ich habe eine sehr große Familie.
00:02:49: Ich habe drei kleine Geschwister und zwei Eltern, mit denen ich viel Zeit verbringe, obwohl ich schon über dreißig bin.
00:02:55: Meine Mama sagt jedes Jahr noch, warum kommst du Weihnachten eigentlich nach Hause?
00:02:58: Du hast doch ein Partner, du kannst dein eigenes Weihnachten feiern, aber ich will immer zu Hause sein bei meiner Familie.
00:03:04: Ja, und ansonsten lese ich viel und habe mir mein Erwachsenenleben eigentlich viel spannender vorgestellt.
00:03:10: Ich dachte, da mache ich krasse Sachen, fliege nach New York oder mache halt so fancy Sachen, aber eigentlich gehe ich viel spazieren, lese und gucke Filme.
00:03:19: Das fühle ich aber so fair.
00:03:21: Hattest du mal einen Moment, in dem du dachtest, so, jetzt bin ich erwachsen oder kam mir die?
00:03:28: Der war letzte Woche.
00:03:29: Ah, perfekt.
00:03:30: Da habe ich mir nämlich mein allererstes neues elektronisches Gerät gekauft, nicht auf eBay oder so, sondern neu bestellt.
00:03:37: Also Handy?
00:03:38: Nee, eine Geschuschbemaschine.
00:03:39: Ah.
00:03:40: Genau.
00:03:40: Ja, von Bauchnacht.
00:03:42: Ah, oh mein Gott.
00:03:43: Und da dachte ich, jetzt ist es so weit.
00:03:46: Perfekt.
00:03:47: Kann ich es nicht mehr leugnen, ja.
00:03:48: Ja,
00:03:49: ich finde, dass der Punkt, dass man so... Es hat sich immer so weiter durchs Leben zumindest bei mir gezogen, dass ich so früher, war ich in so der fünften, sechsten Klasse, da dachte ich so, boah, die in der Oberstufe sind, die Erwachsenen, die sind richtig erwachsen, dann war ich irgendwann in der Oberstufe, dann dachte ich so, wenn ich mal studiere oder irgendwas, dann bin ich erwachsen.
00:04:07: Und nie hat sich so dieser Zeitpunkt für mich ergeben, dass ich so dachte, selbst jetzt so, wenn ich, ich wohne alleine, so in meiner ersten eigenen Wohnung, selbst jetzt denke ich so, eigentlich bin ich ein... Kind nur.
00:04:20: Ich
00:04:20: seh doch eigentlich nur.
00:04:21: Voll.
00:04:22: Ich war auch vor letzte Woche, bin ich krank geworden und meine Mutter wollte mich an dem Wochenende besuchen und sie kam auch und dann hat sie sich so mich gekümmert.
00:04:29: und dann war ich so... eigentlich bin ich auch wirklich nur nicht erwachsen.
00:04:35: Meine Mutter hat das Kinder mit sechs und zwanzig und ich war so... ich habe gerade einen Sofa bestellt.
00:04:40: Das ist auch schon sehr erwachsen.
00:04:42: Ich habe einen kleinen Bruder, der ist sechzehn, der zeigt mir immer, dass ich erwachsen bin, indem er immer sagt... Bitte nicht so was sagen.
00:04:49: Oh, cool, wenn du das sagst.
00:04:52: Ruti, so nicht.
00:04:53: Und dann, da checke ich da manchmal auch.
00:04:55: Ich glaube, wenn ich Checker sage, würde ich auch sagen, oh Gott, sagst nicht so oder so.
00:04:59: Da denke ich dann manchmal auch, okay, alles klar.
00:05:01: Ja, du hast so.
00:05:03: Aber hält einen auch jung irgendwie, dann kriegt man immer noch so mehr mit als so in seiner eigenen Bubble.
00:05:07: Ja, auch Panik.
00:05:09: Ja,
00:05:09: so kann ich wenig uncool werden.
00:05:13: Du hast ein ganz besonderes Outfit heute an.
00:05:15: Ja.
00:05:15: Ich möchte das gerne mal, dass alle das sehen.
00:05:18: Boys in books are better.
00:05:20: Dein Take dazu.
00:05:21: Das Outfit ist eine Lüge.
00:05:23: Es sieht halt sehr süß aus und eine Freundin hat mir das geschenkt als Scherz, weil in meinem Buch die Boys ja grauenvoll sind.
00:05:31: und sie dann dieses T-Shirt gesehen hat und dachte, okay, krass, das stimmt nicht.
00:05:36: Du hast aber oder beziehungsweise Frauen spielen, die Sozialisation von Frauen spielen bei dir eine sehr große Rolle.
00:05:47: Jetzt,
00:05:47: wenn die Folge ausgestrahlt wird, ist schon das neue Jahr.
00:05:51: Aber was würdest du rückblickend sagen bei Deine Frau des Jahres?
00:05:57: Das war eine Freundin von mir, die lebt getrennt vom Vater ihres Kindes und musste sich eine neue Wohnung suchen in Berlin und hat irgendwie das Jahr total viel Stärke gezeigt und sich durchgeschlagen und macht das ganz super als Mama und hat mich sehr beeindruckt.
00:06:16: Das ist eine sehr schöne Anleitung.
00:06:25: Brot, es riecht auch schon ein richtiges Brot, es riecht ein bisschen
00:06:31: süß.
00:06:32: Ja, nach Zucker irgendwie.
00:06:33: Aber es ist Salz.
00:06:34: Soll ich einen Stück machen?
00:06:39: Ja, brich mal gerne das Brot.
00:06:40: Ich bin ja Pfarrers Tochter.
00:06:42: Bist du?
00:06:43: Ja.
00:06:44: Ach so.
00:06:45: Mein Papa war Pfarrer, aber jetzt hatte er das Amt niedergelegt schon vor ein paar Jahren, macht was anderes.
00:06:50: Ich bin mit quasi... Brotbrötchen aufgewachsen.
00:06:54: Schon gelernte Brotbrötchen.
00:06:55: Ja.
00:06:56: Fantastisch.
00:06:58: Wenn du schreibst, hast du da so ein Lieblings-Snack?
00:07:00: Mh.
00:07:00: Machst du
00:07:05: was dein Lieblings-Snack beim Steinen?
00:07:07: Algensalat.
00:07:09: Genau.
00:07:09: Es gibt nämlich so ein Laden bei mir um die Ecke.
00:07:11: Da gibt es den, dann hole ich mir immer so zwei, drei Packungen.
00:07:14: Und der geht zu gut rein, weil man muss nichts vorbereiten.
00:07:17: Ich fühle mich auch gut, weil ich mega viele Vitamine bekomme.
00:07:21: Übelst lecker ist, auch so was Besonderes.
00:07:23: Und das motiviert mich dann.
00:07:24: Ja.
00:07:25: Und auch relativ gesund so.
00:07:27: Voll, ja.
00:07:28: Und Zucker ist wirklich schlimm, wenn ich so Süßigkeiten esse, dann ist eine halbe Stunde, bis Stunde gut, aber danach ist das tief.
00:07:34: Noch schlimmer.
00:07:35: Creme schlimmer und dann kriege ich nichts mehr hin.
00:07:37: Versteht.
00:07:37: Ja.
00:07:38: Trinkst du Kaffee?
00:07:39: Ja.
00:07:40: Sehr viel.
00:07:42: Weil das ist auch irgendwie, ist ja so ein bisschen so Klischee von so Schriftsteller in eigentlich so... Kaffee kippen und tippen.
00:07:50: Ja, kippen nicht.
00:07:51: Und Kaffee auch, muss ich sagen, ganz unromantisch.
00:07:53: Ich hab so löslichen Krümelkaffee, weil es schneller geht.
00:07:56: Weil ich dann halt viel Koffein in kurzer Zeit in mich reinschütten kann.
00:08:01: Und ja, genau, ich trinke bestimmt drei, vier Tassen.
00:08:05: Tag habe ich mich gerade versprochen, weil es so viel ist.
00:08:08: Ja, ich finde, es ist aber auch so, manchmal hat man so Tage, da braucht man auch irgendwie mehr Kaffee.
00:08:14: Von den Hormonen abhängig irgendwie.
00:08:16: Ich könnte so eine ganze Kanne trägen und es bringt nichts.
00:08:18: Und wenn ich nach einem auf eine Hundertachzig.
00:08:20: Geht dir das auch so, wenn du PMS hast, dass du dann mehr Kaffee brauchst?
00:08:23: Ja, voll, weil ich da eh schon immer ein bisschen so drain bin.
00:08:26: Und dann denke ich mir, mehr Kaffee macht es eigentlich nicht besser.
00:08:30: Und eigentlich hätte ich mal daraus lernen müssen, weil eigentlich bin ich dann nur noch müder und kriegst so Kopfschmerzen dazu noch.
00:08:35: Und anstatt immer zwei Liter Wasser zu trinken, dann halt
00:08:38: das.
00:08:39: Aber es macht auch so... Süchtig, ich bin dann süchtig nach diesem Geschmack im Mund beim, was tun, dann denke ich automatisch, ich bin produktiv.
00:08:48: Ja toll.
00:08:48: Ich habe auch mal, ich habe mal koffeinfreien Kaffee versucht, weil meine Mama gesagt hat, mach das doch mal, anstatt so sechs Kaffen, sechs Tassen Kaffee pro Tag zu trinken, aber schmeckt irgendwie auch nicht so geil.
00:09:00: Also guten, koffeinfreien Kaffee zu finden ist schwierig.
00:09:03: und die zweite Sache ist, sobald mein Gehirn weiß, der ist koffeinfrei, denke ich mir so.
00:09:07: Ja.
00:09:08: Kriegt er eh nichts und
00:09:09: eigentlich trink ich's auch schon für das Koffein.
00:09:12: Wenigstens ein Kick.
00:09:13: Ja, wenn man schon alleine vom Schreibtisch sitzt.
00:09:17: Ja.
00:09:17: Kannst du dich gut konzentrieren so lange?
00:09:21: Es kommt darauf an, in welcher Phase auch ein bisschen zyklusabhängig.
00:09:24: Also mit PMS ist er schlecht, dann rufe ich meine Elektoren regelmäßig an und sag, wir müssen das Buch absagen und dann sagt sie, okay, warte mal noch zwei Wochen und dann geht's.
00:09:34: Aber jetzt ist gerade erste Zyklushälfte.
00:09:36: Und gestern habe ich auch im Zug hierher nach Berlin durchgeschrieben.
00:09:40: So, also dann geht's.
00:09:41: Ja.
00:09:41: Das ist krass.
00:09:42: Hier fänge ich das auch davon.
00:09:43: Geht dir das auch so?
00:09:44: Ja, also ich schreibe ja nicht, aber bei so quasi Trazonsachen, ein hundert Prozent, auch gerade was so Kreativität angeht, weil manchmal denke ich einfach so, vielleicht ist es auch alles gar nichts für mich und ich suche mir irgendwie einen anderen Job, weil ich mir dann so denke, weil dann hat man einfach so ein Kreativitäts... tief.
00:10:04: Und da ist ja das Schlimmste, was du machen kannst, die selber Druck zu machen, gerade wenn du irgendwie PMS hast oder deine Hormone gerade echt nicht so geil aussehen dafür, dass man da sich reinpressern sollte.
00:10:16: Deswegen fühle ich ein hundert Prozent.
00:10:18: Aber ich habe auch jedes Mal aufs Neue einfach so, ich weiß ja, wie der Zyklus abläuft.
00:10:25: Und ich weiß, dass ich mich nicht hassen muss selber.
00:10:28: Aber trotzdem vergesse ich das super schlei.
00:10:31: Und bis ich das dann wieder checke, vergehen anderthalb Tage.
00:10:33: Aber das ist krass, oder?
00:10:34: Ich muss auch jedes Mal... Ich glaub mir selber dann nicht.
00:10:36: Ich denke, nee, es ist mein Leben.
00:10:38: Es muss mein Leben sein.
00:10:39: Es gibt keine andere Möglichkeit.
00:10:41: Und dann sagt mein Partner, guck mal auf deine Zyklus-App, dann rufe ich meine Lektoren an und alle meine Freunde und alle wissen schon Bescheid, nur ich selber kann es irgendwie nicht glauben, dass es wirklich sich so anfühlt.
00:10:51: Und sobald man das dann gecheckt hat, denke ich so... Es macht alles, was ich die letzten achtundvierzig Stunden gesagt habe und gedacht habe, macht sie.
00:11:00: Ich nehme es zurück.
00:11:01: Wir können doch drucken.
00:11:05: Doch das Buch nicht absagen.
00:11:07: Was war das Erste, was du je geschrieben hast?
00:11:13: Ich glaube, das war in der Schule.
00:11:19: Also, du meinst, Privatin.
00:11:21: Leg mal die Frage ruhig so aus, wie du das beantworten möchtest.
00:11:24: Ich hab grad schon überlegt.
00:11:25: Na ja, ABC.
00:11:28: Also, nee, nee.
00:11:29: Ja, das war's jetzt.
00:11:29: Ja, ich glaube, Gebeten tatsächlich Kleine im Kindergottesdienst.
00:11:34: Ja.
00:11:35: Also so kreativ quasi mir selber ausgedacht und gereimt.
00:11:38: Und dann irgendwie Gedichte und Lieder.
00:11:41: Und dann habe ich mal angefangen, so eine Elfengeschichte zu schreiben.
00:11:45: Aber ich bin immer noch bis Seite acht gekommen oder so.
00:11:48: Und ja, dann ist mir nichts mehr eingefallen.
00:11:50: Aber ich hatte schon damals den Plan im Buch zu schreiben.
00:11:55: Hast du das noch mal irgendwann gelesen?
00:11:57: Ja, das war extrem süß.
00:11:59: Warum geht's da?
00:12:00: Also, soll ich es wirklich herziehen?
00:12:03: Ja, es ist ja nur acht Seiten.
00:12:06: Also, ein Mädchen, das in dem Nussbaum hinter ihrem Haus entdeckt, dass da so ein Astloch ist und wenn sie in das Astloch fasst, dann fliegt sie in so ein Elfenland.
00:12:16: Genau, und das habe ich ganz dort ausgeschmückt erzählt mit ganz vielen Adjektiven, was für eine Farbe der Baum hat, was das Mädchen für Kleider anhat.
00:12:22: Und dann war sie in diesem Elfenland und dann war Schluss, bin ich eingefallen, wie ich es noch schreiben soll.
00:12:28: Und dann war es irgendwie alles cool, neuen Elfenland.
00:12:31: Toll,
00:12:32: irgendwie total süß.
00:12:33: Aber dann musstest du schon relativ früh, dass du schreiben möchtest und dass du auch mal was veröffentlichen möchtest.
00:12:39: Ja, ich glaube, ich habe mir einfach immer schon so gerne Sachen ausgedacht und hatte schon immer viel zu erzählen und habe außerdem wahnsinnig gerne schon immer gelesen oder Hörbücher, also Schallplatten machen, dass der damals noch, oh Gott, dass ich das jetzt so gesagt habe.
00:12:54: Ich hab
00:12:57: tatsächlich ganz viele Schallplatten gehört und immer wieder so mich in Geschichten vertief und fand das so schön.
00:13:02: Und fand das war auch irgendwie immer eine schöne Flucht von dem realen Leben.
00:13:07: Ich bin zum Beispiel gar nicht gerne in die Schule gegangen und so.
00:13:10: Und fand das alles immer irgendwie hart und schlimm, die Realität.
00:13:13: Und da konnte ich mich so reinflüchten in Geschichten.
00:13:16: Und deshalb hab ich mir auch immer selber gerne welche ausgedacht.
00:13:20: Jetzt vor allem bei ... der schönsten Version, die schönste Version, hast du dich nicht in eine schönere Welt reingeflüchtet?
00:13:29: Wie entstand es, dass du dich dazu entschieden hast, über schwierige Themen zu schreiben, die viel verschwiegen werden oder nicht mal absichtlich verschwiegen werden, sondern es ist einfach unglaublich schwierig, über solche Themen zu sprechen, wie Gewalt, wie toxische Beziehungen.
00:13:48: Ich bin ja Sozialarbeiterin, also habe Sozialarbeit studiert und dann auch als Sozialarbeiterin gearbeitet.
00:13:53: und während meiner Arbeit bin ich extrem oft mit so den Grenzen unseres Systems konfrontiert worden und auch mit ganz vielen Sachen über die man eigentlich nicht spricht in der Jugendhilfe zum Beispiel und habe ganz viele Missstände gesehen und das hat so meine Augen irgendwie auch noch mal weiter geöffnet und sensibel dafür gemacht.
00:14:15: Und dann bin ich zusätzlich auch noch als Frau aufgewachsen, habe viele Freundinnen, habe kleine Schwestern und habe dann irgendwie mitbekommen, was alles so stattfindet in der Welt.
00:14:27: Und wiederüber gesprochen wird auch in den Nullerjahren quasi groß geworden und habe... Ich bin mit Britney Spears aufgewachsen und mit der Art und Weise, wie sie und andere Frauen behandelt wurden auch von den Medien und zwar noch vor Me Too, wie über Sexismus gesprochen wurde, nämlich eigentlich gar nicht.
00:14:50: Und das hat mich irgendwie extrem beschäftigt und ich wollte diese Zeit nochmal aufarbeiten.
00:14:58: Und da das Schreiben irgendwie mein Medium ist, habe ich das dann so gemacht.
00:15:04: Wie schwierig ist es dir gefallen, dich da so reinzufühlen?
00:15:12: Das war schon schwer.
00:15:14: Also das Schlimme war, ich konnte mich sehr gut reinfühlen, weil ich sehr viele Gefühle, die es in dem Buch gibt, auch selber erlebt habe oder Personen, die mir nahestehen, diese Dinge erlebt haben.
00:15:28: Das war aber sehr schmerzhaft.
00:15:29: Ich kann mich gut reinfühlen, aber es war sehr schmerzhaft, das zu schreiben.
00:15:32: Und ich habe auch tatsächlich, manchmal habe ich auch Gewaltzähne in dem Buch beschrieben, weil ich das wichtig fand, keine Lehrstellen zu erzählen, sondern auch zu zeigen, okay, das passiert.
00:15:44: Und ich habe dann vor dem Laptop auch körperliche Symptome bekommen, was ich so gemerkt habe.
00:15:48: Okay, ich halte jetzt gerade die Luft an oder so.
00:15:50: Oder ich krieg so Herzklopfen.
00:15:53: Das war schon irgendwie eine krasse Erfahrung.
00:15:57: Ja, aber ich muss das dann irgendwie trotzdem weitermachen, weil ich hatte dann auch das Gefühl, diese Verantwortung den Figuren gegenüber, weißt du, dass ich die Geschichte jetzt zu Ende erzählen muss.
00:16:07: Und außerdem hatte ich ein paar Trage.
00:16:12: Ja, krass.
00:16:14: Also, sich auch so tief da reinzufühlen, hast du dann nachdem du das Buch fertig geschrieben hattest, wie hast du damit abgeschlossen, dich so... tief da reinzufüllen, weil für mich hat sich das so an, es ist ein bisschen ähnlich zu Schauspielerinnen, die sich krass in eine Figur reinversetzen, bei denen noch mehrere Figuren, die teilweise auch erzählt haben oder befreundete Schauspielerinnen, die teilweise so erzählt haben, es fühlt sich halt dann auch so an, als ob man so in der Realität, die Realität mit so der Welt, mit die man schreibt oder in der man spielt, sehr doll die Grenzen verschwimmen.
00:16:53: Wie hast du dich da dann rausgezogen?
00:16:56: Ja, das war schwierig.
00:16:57: Das kann ich gut verstehen.
00:16:58: Also es ist irgendwie, wenn man auch sich den ganzen Tag mit häuslicher Gewalt oder sexismusweiblicher Sozialisierung auseinandersetzt, dann ist irgendwie die ganze Zeit, wenn ich dann durch Einkaufszentrum gelaufen bin oder an Hauptbahnhöfen oder durch die Straßen und diese Zahlen im Hinterkopf hatte.
00:17:14: Und dann sehe ich diese ganzen Frauen und frag mich so, okay, aller drei Tage und also so.
00:17:22: Genau, also es war irgendwie schon krass und ich glaube, es ist mir auch nicht ganz gelungen, das so ganz abzuschütteln, auch weil ich danach ja noch ein Jahr mit dem Buch unterwegs war und Bläsungen gehabt habe und auch bei den Signierstunden dann immer ganz, ganz viele Personen zu mir gekommen sind und gesagt haben, sie haben sowas oder sowas ähnliches auch schon erlebt und mir Herz ausgeschüttet haben, kriege auch immer noch Nachrichten bei Instagram zum Beispiel.
00:17:47: ganz berührende Nachrichten von Menschen, die auch Gewalt erfahren haben.
00:17:52: Und deshalb habe ich mich noch gar nicht so richtig rausziehen können.
00:17:57: Also es ist irgendwie immer noch so, weil ja auch die Realität so nah an dem Buch dran ist.
00:18:05: Also es passiert ja permanent.
00:18:08: Das ist irgendwie für mich dann nicht so richtig so ein Raus.
00:18:15: Es hört sich für mich auch so an, als ob man gar nicht, oder als ob du gar nicht möchtest, dass du, du willst es ja gar nicht komplett abschütteln.
00:18:21: Ich will ja immer noch das Auge dafür haben, das zu bleiben.
00:18:24: Wenn man will das ja mitbekommen und warnen, dass man darüber sprechen kann, damit man auch Situationen erkennt, in denen man helfen kann oder versteht, was gerade passiert.
00:18:35: Und sensibel bleiben und so irgendwie peinfühlig dafür.
00:18:41: Ja, mit offenen Augen irgendwie durch die Welt gehen, das stimmt schon.
00:18:44: Ja, aber ich bin froh.
00:18:47: Jetzt unterhalten wir uns ja, und das glaube ich das letzte Mal, dass ich so viel über das Buch reden werde.
00:18:52: Und das fühlt sich mega schön an, weil ich weiß, okay, dass ich dann quasi das Buch dann auch so zuklappen kann.
00:19:01: Und dann kommt das nächste.
00:19:05: Genau, und dann gibt es wieder auch ein neues Thema, dass ich mich noch mehr vertiefen kann, weil das war ja wirklich jetzt so fast.
00:19:10: zwei, drei Jahre das einzige Thema so für mich.
00:19:14: So im wahrsten Sinne Buch zu klappen und
00:19:16: neue Klappe
00:19:17: auf.
00:19:17: Genau.
00:19:17: Ja, und neue Klappe auf.
00:19:19: Okay.
00:19:24: All right.
00:19:25: Hauptgericht.
00:19:26: Was haben wir?
00:19:28: Blumenkohl mit so Granatapfelkern und zerrissene Kartoffeln mit Dip.
00:19:33: Mit
00:19:33: Dip.
00:19:33: Ich bin ganz gespannt, das sieht total lecker aus.
00:19:35: Sieht auch
00:19:35: toll, ne?
00:19:36: Mhm.
00:19:37: Bist du jemand, der sich so gerne essen teilt?
00:19:40: Nein.
00:19:41: Aber mit dir schon.
00:19:42: Perfekt.
00:19:43: Ich sag grad sagen, wenn du jetzt nein sagst.
00:19:46: Super.
00:19:46: Das war heute die Schärfleis.
00:19:49: Ja, ich bin ganz gespannt.
00:19:50: Let's try, würde ich sagen.
00:19:52: Es sieht auf jeden Fall sehr, sehr lecker aus.
00:19:55: Soll ich dir was hier von abschneiden?
00:19:57: Ja, warum eigentlich nicht?
00:19:59: Ich werde total nett.
00:20:01: Wo du doch so gerne essen soll.
00:20:02: Jetzt machen wir das doch
00:20:03: mal.
00:20:03: Ich bin so mit Fressen halt aufgewachsen.
00:20:05: So drei kleine Geschwister.
00:20:06: Wenn ein Besuch bei uns da war, hat mein Papa immer gesagt, Haut rein, bevor es alle ist und dann war wirklich okay, let's go.
00:20:12: Aber bist du die Älteste dann?
00:20:14: Ja.
00:20:15: Okay.
00:20:16: Aber dann hast du ja eigentlich als Älteste, ich hab auch einen älteren, oder?
00:20:20: Bist du die kleinste?
00:20:21: Nee, mittelkind.
00:20:22: Ah ja,
00:20:22: Sandwichkind.
00:20:24: Auf jeden Fall hat mein Bruder dann schon immer, weil so der stärkste Älteste-Music, weißt du?
00:20:30: Ja, also bei so Sachen durchsetzen, weil der steht immer ganz niekiel.
00:20:34: Wirst du dir das immer legen?
00:20:35: Könnten meine Geschwister, müsste man sie immer fragen.
00:20:42: Was würdest du sagen, ist das Missverständlichste daran, eine starke Frau zu sein?
00:20:48: Das Missverständlichste daran?
00:20:49: Also quasi, wenn man von sich selbst sagt, ich bin eine starke Frau?
00:20:52: Ja, oder so wie Frauen in der Öffentlichkeit als starke Frau gesehen werden.
00:20:58: Was ich schwierig finde an diesem Begriff ist, dass er manchmal dann so benutzt wird, so ja, das ist eine starke Frau.
00:21:05: Was bedeutet das für andere Frauen?
00:21:08: Ich finde, alle Frauen sind stark.
00:21:09: Erst mal wirklich, weil sie Frauen sind in einem patriarchalen System, in dem wir leben und das dann immer so hervorzuheben.
00:21:16: Das ist eine starke Frau, das macht man, habe ich bei einem Mann jetzt noch nie so gehört.
00:21:20: Unser Bundeskanzler ist ein bisschen ein starker Ackermann.
00:21:23: Das finde ich irgendwie verwirrend.
00:21:24: Ist
00:21:24: ja auch das gleiche Phänomen wie dieses Wort Powerfrau.
00:21:28: Ja, voll.
00:21:28: Das
00:21:29: finde ich auch ganz verständlich.
00:21:31: Auch einfach aus dem Grund, weil man noch nie, ah, das ist ein ganz krasser Power-Mann.
00:21:36: Wie der
00:21:36: durchpowered.
00:21:37: Ja, wie der durchpowered.
00:21:39: Und hast du noch nicht gesehen?
00:21:41: Hast du noch nicht gesehen?
00:21:44: Viele Themen, die du ansprichst, also vor allem in deinem Boot toxische Beziehungen und Gewalt auch gegenüber Frauen, werden ja verschwiegen.
00:21:57: und auch gerade so in allein schon im persönlichen Diskurs, also wenn ich mit Freunden darüber rede oder so, braucht es auch immer einen ganz speziellen Raum, in dem man so wirklich das zulässt.
00:22:07: Es ist nichts, worüber man gerne redet, weil es jeder Person schwierig fällt.
00:22:12: Was würdest du sagen, kann einem helfen, darüber zu reden?
00:22:16: Ich glaube es kann total helfen.
00:22:20: wenn wir alle mehr darüber reden.
00:22:22: Weißt du, also wenn quasi dieses Tabu, das da noch so drüber schwebt und so, dass das zu was Private macht, was hinter geschlossener Tür stattfindet, zu einem individuellen Problem, so, dass man jetzt mit seinem Partner hat oder mit seiner Partnerin, wenn das sich auflöst, indem wir alle mehr darüber sprechen und sagen, ey, das ist was Strukturelles.
00:22:42: So, das sind keine Einzelfälle, sondern das ist ein ganz strukturelles.
00:22:46: Problem.
00:22:47: Und ich glaube, das kann ganz doll so Charme abbauen, sodass man das Gefühl hat, okay, das ist jetzt irgendwie, liegt an mir.
00:22:56: Nein, es liegt nicht an dir, sondern es gibt strukturell Gewalt an Frauen.
00:23:02: Und ich glaube, wenn wir das gesellschaftlich immer mehr in den Fokus rücken und zum Thema machen, dann ist es auch für einzelne leichter zu sagen, ich möchte darüber sprechen.
00:23:13: Also würdest du sagen, dass es auf jeden Fall auch mehr öffentliche Stimmen braucht.
00:23:18: Ja, auf jeden Fall permanent und täglich eigentlich.
00:23:22: Ich finde es zum Beispiel, es gibt ein Land, ich glaube Spanien, ich weiß es nicht.
00:23:29: Fact check.
00:23:30: Okay, ja.
00:23:32: Ich sage mal in Spanien, ich hoffe es ist Spanien, also in Spanien ist es glaube ich so, dass Femizide zum Beispiel auch in den Nachrichten genannt werden und da das in Deutschland ja auch In Deutschland ja auch.
00:23:47: Ich glaube, letztes Jahr gab es auch über hundert für Mizide.
00:23:51: Und wenn die jeden Tag in den Nachrichten genannt werden würden, dann würde das auch viel mehr ... Ja ... ... bringen.
00:24:02: Ja, viel mehr Fläche geben, glaube ich, einfach
00:24:06: zu reden.
00:24:07: Genau.
00:24:07: Das hat sich nicht
00:24:07: so isoliert und sich halt so klar ist es super gut, in seinem engsten Umfeld darüber zu reden, als erstes aber auch vor allem.
00:24:15: diese Öffentlichkeit erst mal zu schaffen und so diese Plattform zu nutzen für das Thema.
00:24:21: Wobei
00:24:22: halt auch zum Beispiel super viele Themen, die öffentliche Gewalt angehen, Gewalt an Frauen natürlich auch geschadowband werden auf Social Media, weil man sich da einfach, weil das so ein Tabuthema ist, dass es halt nicht ausgespielt wird.
00:24:39: Was natürlich auch super schwierig ist, aber da gibt es ja auch ganz viele Möglichkeiten so.
00:24:43: Buchstaben zu ersetzen mit einer Tat oder so, das ist halt dann nicht auffällt.
00:24:47: Aber ich glaube, das alleine schon sind halt einfach super viele so kleine Hürden, was es schwer macht, da eine Öffentlichkeit für zu nutzen.
00:24:56: Ja voll.
00:24:57: Gleichzeitig ist es ein sehr sensibles Thema und man weiß ja nie, was die Personen, die einem gegenüber sitzt, erlebt hat und was man so ansprechen kann, ohne eine Person zu... Triggern oder zu verletzen.
00:25:11: Deswegen, also so ist es, glaube ich, einfach super schwierig, da so die Öffentlichkeit so zu schaffen für andere Themen.
00:25:20: Voll.
00:25:21: Aber ich glaube, genau da kann man auch ansetzen, in dem wir halt trotzdem nicht aufhören, darüber zu reden und die Angst verlieren auch darüber zu reden.
00:25:32: Und ich glaube, was auch ganz doll hilft, ist auch, was wir tun können.
00:25:38: genau hingucken bei anderen und auch das, was quasi vermeintlich privat ist, auch Anfang mehr ins öffentliche zu ziehen.
00:25:45: Also wenn wir jetzt Streits mitbekommen, zum Beispiel in unserem Bekanntenkreis, dass wir nicht sagen, naja, ist der Ansache,
00:25:51: naja, man müsste sich nicht in Mitziehung.
00:25:53: Genau, dazu gehört immer zwei, diese toxischen Sätze, die man halt immer reproduziert und sagt, Moment, was war denn da los?
00:26:01: Möchtest du darüber reden, dass man irgendwie auch anfängt?
00:26:04: Ja.
00:26:06: Ja, einfach die Augen aufzumachen und zu sagen, hey, ich habe das gesehen und würde gerne mit dir darüber sprechen und nicht sagt, okay, das gibt mich nichts an, weil es geht uns am Ende irgendwie alle was an.
00:26:19: In deinen Werken ziehen sich vor allem Selbstwert und Grenzen auch stark durch als Rotafaden.
00:26:27: Weißt, welche Grenze fällt dir am schwersten zu setzen?
00:26:32: Ich kann total schlecht Nein sagen.
00:26:36: Würdest du sagen, ein bisschen People Pleaser?
00:26:38: Ich glaube leider schon.
00:26:40: Ja, sehr.
00:26:41: Das fällt mir total schwer.
00:26:43: Und ich fühle mich immer schlecht und ich habe schon Sachen abgesagt, solche Entschuldigungs-E-Mails, alles erklärt, warum es nicht geht, private Sachen öffentlich gelegt, um zu zeigen, dass ich wirklich nicht kann, obwohl ich gerne möchte.
00:26:58: Und das mache ich manchmal sogar, obwohl ich manchmal denke, nee, eigentlich habe ich gar keine Lust.
00:27:03: Aber dann denke ich, ich müsste doch eigentlich Lust haben, wenn ich schon gefragt werde.
00:27:06: Ja, also das fällt mir sehr schwer.
00:27:08: Und dir?
00:27:09: Ich bin auch ein Bibelbliser.
00:27:11: Und bei mir passiert es immer schnell, dass ich viele Sachen dann einfach zusage, weil ich denke, ich kann auf drei verschiedenen Hochzeilen an einem Tag tanzen.
00:27:22: Und dann mach ich eigentlich genau das gleiche.
00:27:24: Aber ich hab mittlerweile auch so ein bisschen gelernt, so ich schreibe das dann, wir von der Seele und denken so, oh Gott, ja, und deswegen kann ich nicht kommen.
00:27:30: Und dann guck ich mir das an und löscht die Hälfte oder copy-paste das in Chatchi-Pittier und sagst, so kannst du das Formulieren, als ob es professionell wäre.
00:27:41: Emotion rausfüttern.
00:27:43: Ja, guter Trick eigentlich, ne?
00:27:45: Ja, weil das leichter.
00:27:46: Ja, da kann man ja auch einfach so sagen, hey Chat, kannst du es einfach so... machen, dass es so professionell, aber nett ist, weil dann macht es das ja auch nicht komplett professionell.
00:27:54: Und dann ist eigentlich gut, weil dann lese ich mir das auch durch und denke mir so, ja, das sind alle Informationen, die die Person braucht, warum ich absage.
00:28:00: Punkt.
00:28:01: Und der Rest?
00:28:01: Ich glaube,
00:28:02: keine Zeit.
00:28:02: Ja, wirklich.
00:28:03: Fertig.
00:28:04: Voll.
00:28:05: Muss die nicht in meine Dramen im persönlichen Umfeld mit einbeziehen, so.
00:28:10: Aber
00:28:10: kennst du das auch?
00:28:12: Ich denke mir dann manchmal so, wenn ich jetzt, wenn mir andere Leute absagen.
00:28:17: Habe ich nie das Problem.
00:28:18: Ich denke immer, fair enough, kümmer dich um dich so.
00:28:21: Du machst das schon.
00:28:22: Ich würde niemals denken, warum sagt sie ab?
00:28:25: Was hat sie denn?
00:28:26: Das kann ja wohl nicht wahr sein, da musst du aber eine gute Entschuldigung haben, oder?
00:28:29: Einhundert Prozent.
00:28:30: Eine meiner besten Freundinnen, mit der habe ich auch einmal darüber geredet und sie war so.
00:28:34: Manchmal ist sie auswähle.
00:28:36: Ich habe einfach keinen Bock, auch völlig in Ordnung.
00:28:38: Also so gerade, wenn man sehr gut befreundet ist und dann so weiß okay.
00:28:42: Weil der Person geht viel ab, oder sie muss, keine Ahnung, was auch immer.
00:28:45: Man fühlt sich einfach nicht gut.
00:28:46: Man hat einfach keine Lust heute.
00:28:48: Und das ist not that deep,
00:28:50: Kaffee
00:28:50: abzusagen.
00:28:52: Bei meinen Freundinnen habe ich das noch nie hintergefragt, warum die jetzt keine Zeit für mich haben.
00:28:56: Einfach auch aus dem Wissen, dass ich weiß, dass sie es jetzt nicht gemacht haben.
00:29:00: die mich nicht mögen oder whatever, sondern einfach weil es in ihrer Realität gerade einfach nicht passt.
00:29:06: und das ist völlig in Ordnung, weil genau so viele, weiß ich, gefühl ich mich in ein paar Wochen vielleicht auch mal an einem Tag.
00:29:11: Wie schön ist, dass sich das einfach sagen zu können, ohne sich irgendwas ausdenken zu müssen.
00:29:16: Das ist eigentlich schön.
00:29:17: Ja,
00:29:18: ja, deswegen... Freundinenschaften, was gut ist.
00:29:22: Ja,
00:29:22: was ganz Tolles.
00:29:23: Ja,
00:29:23: was ganz Tolles.
00:29:25: Auch was würdest du sagen, Freundinenschaften sind genauso wichtig wie romantische Beziehungen?
00:29:34: Also ja, es ist ein Podcast, ich kann nicht nur nicken.
00:29:36: Ja, auf jeden Fall.
00:29:37: Ich freu meine Fragen vielleicht immer öfter stehen.
00:29:41: Nee, ich wollte dich dazu fragen, wann in deinem Leben hast du das festgestellt für dich?
00:29:48: Ich habe das schon sehr zeitig festgestellt.
00:29:53: In der zweiten Klasse, glaube ich, da bin ich neu auf die Schule gekommen und war total verzweifelt und dann habe ich eine Freundin gehabt und das war so schön.
00:30:04: Dieses Gefühl, da ist ein Mensch, der hat mich lieb und den habe ich lieb, obwohl wenn ich verwandt sind, das war einfach irgendwie toll und das hat sich so durchgezogen und auch gerade im Teenie-Alter so Als an die ersten ein Anführungszeichen romantischen Beziehungen kamen, die sind ja alle irgendwie gegangen und viele davon waren sehr, sehr dramatisch, aber die, die immer da waren, die, die Hand gehalten haben, die Tränen getrocknet haben, die auch um Null Uhr noch ans Telefon gegangen sind, die Donuts mitgebracht haben, die wirklich Stunden ihres Lebens zugehört haben, waren Freundinnen und das... werde ich nie vergessen.
00:30:44: Ich werde nie vergessen, wie ich einmal nach einer wirklich ganz schlimmen Trennung mit Gewalt und allen drum und dran in eine WhatsApp-Gruppe geschrieben habe, hilfe ich muss ausziehen und alle standen vor der Tür und ich hatte dann am Ende des Abends ein Schlüsselbund, der war so schwer, weil mir alle ihren Zweitschlüssel gegeben hatten.
00:31:03: Ja, es war wirklich richtig, richtig krass und da war ich so Anfang zwanzig.
00:31:10: Und das hat mich bis jetzt begleitet.
00:31:13: Und deshalb ist für meine Freundinnen immer ein ganz großer Platz in meinem Leben, in meinem Ohr und meinem Herzen.
00:31:19: Ja,
00:31:20: ich habe ganz Gänsehaut gehabt, also das jetzt...
00:31:21: Ich ehrlich gesagt auch noch mal.
00:31:24: Weil
00:31:25: ich habe das manchmal auch so mit Freundinnenbeziehungen, dass... Man rückblickend an, ich glaube, es ist auch gerade einfach so, die Zeit des Jahres, so das Jahr geht zu Ende, das neue Jahr beginnt, man schaut sich nochmal an, so, wenn man so das Jahr verbracht hat auch, oder wer so ein großer Teil im Leben spielt, wirklich so die Freundinnen, die sich auch hundertmal das gleiche Thema anhören und irgendwann sagt man selber auch schon so, sorry, wenn ich euch jetzt damit nervere und jedes Mal ist die Antwort.
00:31:57: Du nervst nicht.
00:31:58: Wir können da auch noch dreitausendmal drüber sprechen.
00:32:00: Es ist völlig in Ordnung, so wie kauen das durch und halt wirklich auch diese Empathie, sich reinzufühlen in den Menschen, direkt zu wissen, wie man helfen kann, weil man sich so gut kennt und von außen auch immer so mitbekommen hat, wie es der Person geht in einer Beziehung, ohne die Pets in Beziehung.
00:32:18: Ich finde das auch immer ganz interessant zu sehen, weil sich viele Menschen ja auch gerade, die keine ... gesunde Beziehungen haben, die ja auch eher seltener sind, wenn man also von dem, was ich in meiner Bubble gehört habe, wenn man dann den Unterschied zu der Freundin, die sie vor der Beziehung war und wie sie sich auch so verändert, wenn sie in einer toxischen Beziehung ist, weil man das halt von außen als Freundin, die schon so viele Lebensphasen durchgemacht hat, erkennt, kann man ja auch viel schneller verstehen, woher das kommt und warum die Person sich verändert und dass sie vielleicht gerade nicht genug Raum hat, sich selber so treu zu sein.
00:33:00: Ja, das ist so wichtig, dass man jemand hat, wirklich, wie du sagst, der einen kennt und auch den Spiegel vorhalten kann, wirklich.
00:33:06: Also das ist lebenswichtig, finde ich, der auch sagt, hey, du hast auch mal gelacht.
00:33:12: Und trotzdem finde ich das auch spannend, weil... Bei mir war das auch so, dass dann, ich war auch in einer sehr toxischen Schüchlebeziehung und meine Freundin hat mir das auch immer gespiegelt, aber ich war selber noch nicht an dem Punkt, dass ich das sehen wollte.
00:33:28: Und dann musste sie für sich auch Grenzen setzen, weil sie gemeint hat, okay, ich kann jetzt hier irgendwie nicht zu sehen, wie du in dein Unglück läufst und hat für sich dann auch zu mir gesagt, pass auf, du kannst immer zu mir kommen, du kannst immer auf meinen Balkon sitzen, aber ihn möchte ich nicht mehr sehen.
00:33:47: weil ich das nicht ertragen kann, dich mit ihm zu sehen, weil es dir da nicht gut geht und ich kann dich nicht traurig sehen.
00:33:53: Und das war mega hilfreich so im Nachhinein.
00:33:56: Das sieht das
00:33:57: in dir dann ausgelöst?
00:34:01: Ich habe einfach gemerkt, wie sie mich liebt und kennt und dass sie das... so, dass sie sich auch so Gedanken darüber gemacht hat und für sich diesen Schluss gezogen hat, der ja unbequem ist.
00:34:14: Also es ist ja unbequem zu sagen, nee, wir können jetzt keine Pärchendates mehr machen oder wir müssen den Freundeskreis aufspalten.
00:34:21: Aber dass ihr das halt so wichtig war, dass sie das so verbalisiert hat mir gegenüber und dann habe ich richtig nachgedacht darüber.
00:34:30: War das auch dann ein Wendepunkt in der Erziehung?
00:34:33: Ich glaube schon, also der war quasi die Wellen, die der geschlagen hat, etwas länger gebraucht, um sich auszubreiten, aber das war so der erste Anstups, glaube ich, dafür.
00:34:48: Das ist so verrückt, dass man so in, also man kann ja von außen so viel sagen, wie man möchte und man liebt die, also so als vollen Sicht, man liebt die Person über alles und man will, dass es ihr gut geht.
00:35:02: Das zerbricht einem ja auch das Herz.
00:35:05: dass man sieht, dass die Freundin nicht realisiert, wie schlecht es ihr geht und dass das nicht normal ist, wie der Umgang ist in einer Beziehung.
00:35:15: Ja.
00:35:15: Das ist ...
00:35:16: Herzzerbrechen.
00:35:17: Herzzerbrechen.
00:35:18: Weil du willst natürlich immer für die Person da sein, aber wo ist dann die Grenze?
00:35:23: Weil du willst deine Freundin nicht verlieren, weil wenn du eine zu harte Grenze setzt und sagst, okay, dann will ich jetzt nichts mehr mit dir zu tun haben, solange du in dieser Beziehung bist, dann verlierst du deine Freundin komplett.
00:35:33: Voll.
00:35:34: verliert man sich in einem Sumpf.
00:35:36: Und es ist auch so wichtig für Sie, also auch für mich war es wichtig, aber auch schon für Freundinnen, die ich begleitet habe.
00:35:42: Es ist wichtig, dass man etwas hat, wo man dann auch hingehen kann, weil man so eine Beziehung zu verlassen, kostet so viel Kraft.
00:35:50: Und es ist wichtig, dass man dann Anke hat, wo man hingehen kann und wo man einfach sein kann, dass man dann nicht alleine ist.
00:36:00: Ja.
00:36:01: Das ist richtig schön.
00:36:02: Es ist dir auch aufgefallen, dass du extrem viel Knoblauch hast.
00:36:04: Böbelst
00:36:05: viel.
00:36:05: Ich liebe Knoblauch.
00:36:06: Super lecker.
00:36:06: Aber
00:36:07: ich war so...
00:36:08: Du hast noch mit Maxenholen gefreut.
00:36:10: Ich habe gar nicht noch einen anderen geschrieben.
00:36:11: Na ja.
00:36:13: Wie heißt er?
00:36:13: Justus.
00:36:14: Justus, ja.
00:36:15: Justus.
00:36:16: Habe ich noch nie gesehen diese Serie?
00:36:17: Egal.
00:36:18: Okay.
00:36:19: Welches Narrativ über Frauen würdest du am liebsten sofort abschaffen?
00:36:26: Ich glaube dieses... Na ja, Frauen sind immer so liebevoll und fürsorglich und können sich einfach immer besser um die Kinder kümmern.
00:36:34: Das finde ich richtig fatal, weil das nicht stimmt.
00:36:37: Das ist anerzogen und Frauen müssen sich ganz oft einfach mehr kümmern, weil die Männer es nicht tun.
00:36:47: Das sehe ich immer bei meinen Freundinnen, die alleinerziehend sind, wo sich... die Typen einfach aus der Verantwortung gezogen haben.
00:36:53: Das ist ja durch das Narrativ ja auch leichter macht, dass sie
00:36:56: sich sehr verantwortlich ziehen können.
00:36:57: Ja, gesellschaftlich ist es dann nicht so geechtet.
00:36:59: Sie sagen, naja, das ist halt... Die Mutter kann das ja eh besser, so, ne?
00:37:05: Und dann sitzt sie da alleine und... Vor
00:37:07: allem will sich die Mutter aus der Verantwortung ziehen.
00:37:10: Dann wäre ja ein ganz anderes Thema.
00:37:12: Dann wird es auch erst zu einem Thema werden, weil das nicht in das Narrativ passt.
00:37:17: Und das finde ich richtig, ist finde ich richtig gefährlich.
00:37:19: auch, weil dadurch so viel Last auf den Schultern der Frauen liegt und so viel Last hat niemand aus, auf Dauer.
00:37:30: Du?
00:37:35: Gehe ich mit auf jeden Fall bei dem Narrativ und auch darüber haben wir vorhin noch einmal ganz kurz gesprochen.
00:37:43: Dieses ganze, wenn so starke Frau sein.
00:37:49: Ich hasse das.
00:37:51: Ich hasse das, weil dieses so, wenn man eine starke Frau denkt in diesen Narrativ, denken halt viele.
00:37:57: Erst mal auch an eine laute Person und an eine, die sich mitteilt, extrovertiert.
00:38:02: Und ich kenne alle meiner Freundinnen, sind so stark.
00:38:05: Egal, ob die ein lautes Organ haben oder live ist.
00:38:07: Egal, ob die...
00:38:08: Gern auf der Bühne stehen oder
00:38:10: nicht.
00:38:10: Ja, und das ist irgendwie so nervig, weil so der Charakter einer Frau so viel mehr auseinander gerissen wird und aufgesplittet wird als so Mann.
00:38:22: Weil Mann ist immer stark.
00:38:23: So.
00:38:26: Cheers, ja.
00:38:29: Zum Abschluss vom Main, wenn man es ein bisschen verquatscht ist, ist es so lecker.
00:38:35: Welcher Teil oder welches Kapitel deines Buches ist dir am schwersten gefallen zu schreiben?
00:38:42: Das Ende.
00:38:43: Ja?
00:38:43: Ja, weil... Ich hätte gern... Oh Gott, jetzt boile ich das Ende.
00:38:49: Egal, das Buch ist schon so lange draußen.
00:38:51: Ich finde auch, ich hätte schon mal nichts mehr lesen können.
00:38:55: Ich hätte ihr gerne einfach ein Hollywood-Ende geschrieben.
00:38:59: Ein wunderschönes, glückliches Hollywood-Ende.
00:39:02: Alle sorgen vorbei und kein Trauma, das geblieben ist.
00:39:08: Aber leider ist die Realität nicht so.
00:39:10: Leider ist es ja auch so, dass sich Trauma ja richtig einschreibt in den Körper und da bleibt und... bearbeitet werden muss.
00:39:19: und genau deshalb konnte ich ihr dieses Ende nicht schreiben und das hat mir sehr weh getan.
00:39:27: Verstehe ich, dass es sehr schwierig ist, aber ich glaube dadurch, dass wir alle sehr gewöhnt an Hollywood Ende sind, hast du eine Plattform gegeben für Menschen, die sich in deinem Buch mit der Protagonistin oder der Protagonistin identifizieren können, dass es okay ist, dass sie am Ende auch ein Trauma haben.
00:39:55: Also so eine Person, die was ähnliches durchgemacht hat, dass sie weiß, es ist ganz normal, dass mich das jetzt noch weiter beschäftigt und ich bin nicht alleine damit, hat, glaube ich, vielen Personen auch weiter geholfen.
00:40:07: das zu verstehen, dass es halt nicht normal ist.
00:40:10: Ach, okay, und dann hat sie ... war sie mit ihrem Freund in einer neuen Geologen gefahren.
00:40:15: Nee, war halt noch ein Rappenschwanzer-Trauma.
00:40:18: Ich glaub, das ist wirklich sehr hilfreich und gibt vielen Menschen ein Gefühl, von nicht alleine zu sein.
00:40:32: Zum Dessert möchte ich dich gerne fragen.
00:40:35: Neues Jahr.
00:40:36: Neues Buch.
00:40:38: Absolut.
00:40:39: Gebt uns
00:40:39: mal gerne einen kleinen Ausblick, was uns
00:40:41: erwacht.
00:40:41: Ja, also im Herbst dieses Jahres kommt es raus.
00:40:45: Es geht wieder um eine Frau, eine Helden, die ja aber mit anderen Themen zu tun hat.
00:40:52: Es geht darum, wie und wo man nachhaltiges Glück findet, ob es überhaupt möglich ist für jeden Menschen auf der Welt.
00:41:01: Ja, um Chancengleichheit, um Soziale Ungerechtigkeit, um Liebe.
00:41:06: Alle Themen
00:41:07: mit dabei.
00:41:09: Verrätsst du schon, ob das Buchen Happy End hat?
00:41:14: Das mache ich nicht.
00:41:15: Gut, dann muss es mal gelesen werden.
00:41:18: Boah, den muss ich dir auch erst mal schreiben.
00:41:20: Ah, es ist noch nicht
00:41:22: ganz fertig.
00:41:23: Wann geht es quasi Finale Version raus?
00:41:27: Ja, das dauert noch ein bisschen.
00:41:30: Jetzt haben wir Januar.
00:41:32: Es wird noch... bestimmt drei für Durchläufe geben.
00:41:35: Es wird immer weiter geschliffen und geschliffen.
00:41:37: Da habe ich noch ganz kluge Freundinnen, die ganz kluge Sachen dazu sagen.
00:41:40: Da muss ich sagen, okay, jetzt muss ich dann das noch ändern.
00:41:43: Da habe ich eine ganz kluge Lektorin, die aber sehr streng ist zu meinem Glück, weil das macht das wirklich dann gut, ihr Blick, aber es ist immer hart, wenn man dann noch mal an und noch mal.
00:41:54: Du bist
00:41:54: so schnell genervt, dass man, weil man irgendwann arbeitet, man ja so lange an einem Projekt, dass man irgendwann Also, mit Mann meine ich mich.
00:42:06: Ich werde zum Beispiel auch bei den ersten Podcast folgen in der Feedback-Schleife.
00:42:12: Die muss ich halt so zehnmal angucken, weil wir dann noch überlegen und dann muss man nochmal gucken und nochmal gucken und hier nochmal tun und alles noch mal eine Minute da freigeben und dann immer so.
00:42:22: Ich kann wirklich meine eigene Stimme auch nicht mehr hören.
00:42:25: Ich kann nicht mehr sehen, was ich da gemacht habe.
00:42:27: und dann als ein paar Wochen vergangen sind und man dann wieder reingeschaut hat, dann war völlig in Ordnung.
00:42:33: Aber ja, bist du schnell genervt
00:42:35: von so?
00:42:35: Ja, also es geht.
00:42:39: Es macht auch schon Spaß.
00:42:40: Es ist ein bisschen auch wie so eine kleine ... Aufgabe.
00:42:47: einfach dann noch ein Wort ersetzen und dann da und dann kennt man sich so gut aus in diesem Text.
00:42:51: Ich weiß genau, was auf Seite drei steht und dass dieses Wort noch mal auf Seite twohundertdreiundsechzig steht und dass das nicht sein kann, weil das so eine sehr auffällige Doppelung ist und ich das ersetze.
00:43:00: Weißt du, es ist dann wirklich schon, ja, verschränken sich neue Gehirnregionen gefühlt.
00:43:05: Es
00:43:05: hört sich auch
00:43:06: was.
00:43:06: Es hört sich
00:43:07: ganz krass so an wie wenn es in so Filmen so einen Whiteboard gibt, dann sind da diese roten Fäden.
00:43:15: Die Zeit bis zu den roten Fäden ist anstrengend, bis es dann wirklich einmal steht.
00:43:20: Aber wenn man dann drin ist und dann Die letzten Korrekturen, wow, das ist cool.
00:43:25: Ja,
00:43:26: ich glaube, das ist auch wahrscheinlich so ein cooles Gefühl, so was in der Hand zu haben.
00:43:30: Ja, das ist es wirklich.
00:43:31: Und dann auch noch, so, dein letztes Buchen Bestseller, das sagen zu können.
00:43:37: Ja, kein Druck fürs Zeiten.
00:43:40: Ich glaube, das wird ganz, ganz toll.
00:43:42: Wie bist du auf die Themen gekommen?
00:43:43: Also, dass du jetzt komplett, also was ist komplett was anderes, natürlich in dem gleichen Spektrum, aber schon andere Themen dann bedient, wie... Wie kam das?
00:43:54: Einfach, ja, ich glaube auch durch meine Arbeit als Sozialarbeiterin und über das, was wir vorhin auch schon gesprochen haben, habe ich dann noch so eine Menge an Themen, die irgendwie so nach vorne wollen und das hat sich dann irgendwie so aufgedrängt.
00:44:06: Ja.
00:44:07: Und ich hatte dann die Figur, ich hatte dann diese Heldin vor Augen und dann wollte ich ihre Geschichte erzählen.
00:44:13: Ja.
00:44:15: Was ist die Botschaft, die du deinem dreizehnjährigen Ich geben würdest?
00:44:20: Aus heutiger Sicht.
00:44:26: Gibt nicht auf und vertrau dir.
00:44:34: Selbstvertrauen?
00:44:35: Ja, ganz wichtig.
00:44:37: So wichtig, muss ich auch mal im Zwei- und Dreißig-Jährigen ich noch mal geben.
00:44:41: Ja, verschwindet auch immer mal wieder mit PMS.
00:44:45: Ja, voll dann ist besonders vertrunken.
00:44:48: Du, wir schließen jede Folge immer ab mit Snackable Facts.
00:44:52: Das sind... zwei Wahrheiten und eine Lüge.
00:44:55: Ja.
00:44:56: Ich lese die dir vor.
00:44:57: Ja.
00:44:57: Und du verratst mir, welche Antwort die Lüge ist.
00:45:03: Okay.
00:45:04: Bist du bereit?
00:45:05: Mhm.
00:45:06: Wir sind ja heute im Café Pils.
00:45:10: Heute waren die Themen weniger Pils fest.
00:45:13: Deswegen dachte ich, schließen wir das nochmal ab mit Snack & Bibel Facts Pilze Edition.
00:45:17: Mhm.
00:45:19: Und wir starten rein.
00:45:21: Gut.
00:45:22: Der erste Effekt.
00:45:23: In Berlin wachsen Pilze, deren Fruchtkörper offiziell so groß ist wie ein ausgewachsener Hund.
00:45:34: Nummer zwei.
00:45:35: Ein Pilz, der in Oregon gefunden wurde, gilt als einer der größten bekannten lebenden Organismen der Welt.
00:45:44: Und Nummer drei.
00:45:45: Pilze können durch elektrische Signale miteinander kommunizieren, die man mit Mustern aus bis zu fünfzig Wörtern vergleichen kann.
00:45:54: Okay.
00:45:56: Nischenwissen.
00:45:56: Alter.
00:45:57: Ich habe eine Freundin, die geht jede Woche in die Pilze und die hat eine Pilzkruppe und alles.
00:46:02: Aber ich habe mich noch nie so sehr mit ihr darüber unterhalten.
00:46:06: Also, ein Hund ist ja auch ein Dackel.
00:46:08: Genau.
00:46:09: Oder ein Chihuahua.
00:46:10: Na, unterirdisch haben doch Pilzkörper.
00:46:13: Also das
00:46:13: Dachkrabel.
00:46:16: Das ist die Lüge.
00:46:18: Ja?
00:46:19: Loggen wir das ein?
00:46:21: Aber das mit den Lektionssignalen klingt auch wilder.
00:46:23: Es klingt so wild, dass ich denke... Warte mal, sag doch mal.
00:46:27: Elektrische Signale?
00:46:30: Elektrisch.
00:46:31: Nee, das ist die Lüge.
00:46:33: Sicher?
00:46:36: Ich liebe es über alle super und sicher.
00:46:40: Fünfzig Worte?
00:46:41: Ja, mit ungefähr fünfzig Worten vergleichen.
00:46:44: Ach, das ist die Lüge.
00:46:46: Okay, dann loggen wir das ein.
00:46:49: Und die Lüge ist tatsächlich Nummer eins.
00:46:52: Ach!
00:46:53: Die Hunde.
00:46:54: Siehst
00:46:54: du Vertrauen?
00:46:55: Ja.
00:46:55: Vertrauen.
00:46:56: Aber es ist auch schwierig.
00:46:58: Es ist auch sehr schwierig.
00:46:59: Ich habe die Frage vorher im Team aufgestellt und es gab unterschiedliche Antworten.
00:47:06: Niemals ist hier so ein Pilz in Berlin.
00:47:07: Da wäre das schon... Das sei doch in den Zeitungen.
00:47:11: Ja, aber es ist die Frage, ob man es dann mitbekommen wäre.
00:47:15: Aber ja, und diese elektrischen Signale ist tatsächlich richtig.
00:47:18: Ich weiß nicht.
00:47:19: Ich fand das auch schlüssig, weil ich hatte mal irgendwann in der Schule, in der Grundschule, musste hier so ein Baum-Tagebuch führen.
00:47:25: Da mussten wir durch den Wald laufen und zu Bäumen hinschreiben und malen und so.
00:47:28: Und bei denen ist es ja auch so, dass die so durch ihre Wurzeln und so kommunizieren.
00:47:32: Deswegen macht
00:47:34: das jetzt
00:47:35: bestimmt auch.
00:47:36: Ich dachte, fünfzig Worte.
00:47:37: Risto, ich hab die Menschen wieder total überschätzt.
00:47:40: Das kann nicht sein, kein Pilz kann das.
00:47:45: Gut, es war ganz, ganz wunderbar, dass du heute hier mich mit dieser Podcast-Folge begleitet hast und so viel schönen Input gegeben hast.
00:47:55: Ich wünsch dir ganz viel Erfolg für das Buch.
00:47:58: Ich bin ganz gespannt, wenn das dann rauskommt.
00:48:01: Und ja, danke, dass du da warst.
00:48:03: Danke
00:48:04: für die Einladung.
00:48:05: Das hat mir richtig Spaß gemacht, mich mit dir zu unterhalten.
00:48:07: Danke an das Kaffee Pilz fürs leckere Essen.
00:48:09: Ja.
00:48:09: Und danke an das Team.
00:48:11: Yay!
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